Routen Finetuning: Etappen, Höhenmeter und Zeit realistisch planen
Stück für Stück zur fertigen Route
Im Finetuning zerlegst du jede Tagesetappe in sinnvolle Abschnitte, prüfst Fahrbarkeit, Tragepassagen sowie An- und Abstiege und leitest daraus realistische Zeiten ab. Die Daten (z. B. aus Garmin Connect/Komoot) überträgst du in deine Excel‑Planung, ergänzt Puffer für Pausen und passt die Route bei Bedarf durch Alternativen oder Umwege an – damit unterwegs keine Überraschungen warten.
Nachfolgend werden wir deine Strecke Stück für Stück genauer unter die Lupe nehmen. Ist deine Strecke überhaupt fahrbar? Gibt es viele Tragepassagen, sei es Berg auf oder Berg ab. Sind die Anstiege machbar und wie viel Zeit solltest du für den Anstieg, aber auch Abfahrt einplanen? Diese Fragestellungen kann man bereits im Vorfeld gut beantworten, damit während der Alpenüberquerung keine böse Überraschung auf dich wartet.
Wie bereits erwähnt stelle ich dir gerne meine Excel-Datei zur Verfügung, die ich über die Jahre immer wieder erweitert habe für die optimale Planung. Lade die sie dir gerne unter „Downloads“ herunter. Im weiteren Verlauf werde ich mich immer wieder darauf beziehen. Im Nachfolgenden Bild siehst du einen Ausschnitt vom Tabellenblatt „Routen-Planung“.
Unterteilung der Tagesetappen
Im ersten Schritt schaue ich mir jede Tagesetappe genauer an und analysiere die An- und Abstiege bzw. unterteile die Tagesetappen in sinnvolle Abschnitte. Ein relevanter Meilenstein könnte ein Anstieg, ein Ort, ein See oder eine Hütte sein. Im nächsten Schritt werte ich die Distanz und die zurückgelegten Höhenmeter aus. Leider ist dies auf der Plattform „Kompass-Karten“ nicht möglich und man benötigt ein weiteres Tool.
Für die Navigation verwende ich das Garmin Edge 1040. Mit Garmin Connect kann man die Strecken hervorragend analysieren. Einfach die geplante Route als .gpx-Datei exportieren, in Garmin Connect importieren und die Strecke abspeichern. Im nachstehenden Bild sieht du einen Ausschnitt aus Garmin Connect. Hast du deine Strecke mit Komoot geplant, kannst du die Abschnitte direkt in Komoot unterteilen.
Im Höhenprofil ist es möglich, eine Strecke aufzuziehen. In diesen Fall betrachten wir die Strecke von Garmisch nach Biberwier. Garmin zeigt mir die Distanz, durchschnittliche Steigung, Anstieg gesamt und Abstieg gesamt. Diese Daten übertrage ich in die Excel-Übersicht und unterteile somit jede Tagesetappe.
Für die Strecke Garmisch – Biberwier sind es ca. 27km und 350 Höhenmeter. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass ich für diese Strecke ca. 1,5 Stunden benötigen werde. Schätze deine voraussichtliche Zeit etwas großzügiger ein. Das zusätzliche Gepäck, Pausen und das Genießen des Panoramas frisst zusätzlich etwas Zeit.
Zeitmanagement
Eine gute Planung ist das A und O. Hinterlege für jeden Tagesabschnitt realistische Zeitfenster und plane zusätzlich ca. eine Stunde für Pausen oder Besorgungen ein. Da die Tage lang werden können, empfehle ich einen frühen Start. Nutze das Hotelfrühstück ab 07:30 Uhr voll aus – die Energie ist dein Treibstoff! Wenn du wie ich spätestens gegen 08:30 Uhr losfährst, erreichst du dein Ziel gegen 16:00 Uhr. Das lässt dir am Nachmittag genügend Zeit, um das Equipment zu prüfen, Proviant zu kaufen und die Beine hochzulegen. Generell lege ich dir ans Herz nach einer Tagesetappe dein Bike zu kontrollieren. Bei vielen Hotels hat man die Gelegenheit, das Rad abzuspritzen und anschließend das Bike zu kontrollieren. Klappert etwas, muss die Kette nachgeschmiert werden, ist etwas verbogen oder locker.
Jeder festgelegte Streckenabschnitt wird nun festgelegt, Informationen eingetragen und ausgewertet. Sollte hier bereits ein Streckenabschnitt nicht oder nur schwer möglich sein, suche dir alternative Wege, um an dein Ziel zu kommen. Manchmal reicht es schon, wenn man einen kleinen Umweg in Kauf nehmen muss, manchmal muss man sogar den ganzen Tag und die Etappe zuvor anpassen. Stück für Stück arbeitet man sich somit voran.
Die Excel summiert automatisch die Kilometer, Höhenmeter und geschätzte Zeit zusammen und sollte am Ende mit der Gesamtstrecke übereinstimmen.
Beachte, dass du am ersten Tag fitter und somit etwas schneller bist als gegen Ende deiner Reise. Auch die Steigung, Fahrbahnbeschaffenheit und ob man das Rad tragen musst spielen eine wichtige Rolle, die du nicht außer Acht lassen darfst. Dieses Thema werden wir im nächsten Kapitel „Trail-Analyse bei der Alpenüberquerung“ genauer anschauen.
