Plan B bei der Alpenüberquerung: Alternativrouten für Wetter, Müdigkeit & Notfälle

Ausweichrouten planen: Abkürzung, Lift, Wetter & Öffis

Ein guter Plan B mit Abkürzungen, Liften und Alternativrouten hilft, bei Wetterumschwung oder Erschöpfung sicher ans Etappenziel zu kommen.

Erinnerst du dich ans „Feintuning“? Nicht jeder Anstieg ist ein Zuckerschlecken. Lange Schiebepassagen ziehen bei einer Mehrtagestour ordentlich Körner, und die Erschöpfung summiert sich von Tag zu Tag. Damit der Spaß nicht in purer Quälerei endet, ist ein Plan B für jede Etappe Pflicht!

Nicht nur deine Beine, auch das Wetter hat das letzte Wort. In den Alpen schlägt die Stimmung schnell um, und Vorhersagen für 7 Tage sind reine Glaskugel-Leserei. Das Wetter kann sich zudem im Laufe des Tages sehr schnell ändern. Hier ist das richtige Verhalten und Ausrüstung das Allerwichtigste (Keine Sorge, zu Wetter und Equipment kommen wir noch!). Wenn du deine Route planst, stell dir immer diese vier Fragen:

  • Abkürzung: Wie viele Höhenmeter spare ich durch eine Routenanpassung?
  • Lift-Check: Gibt es Gondeln, die mir die Arbeit abnehmen?
  • Wetterfest: Ist die Alternative auch bei Regen sicher fahrbar?
  • Öffis: Kann ich Teilstrecken mit Bus oder Bahn überbrücken?

Auch hier möchte ich dir anhand eines Praxisbeispiel bei meiner Alpenüberquerung 2026 am Tag 6 von Ponte die Legno nach Madonna di Campiglio das Prinzip erklären. Wie bei der Analyse des Anstiegs bereits beschrieben, geht es über die Montozzo Scharte, ein harter und langer Aufstieg über 1300Hm auf bis zu 2600m. Schlechtes Wetter oder die Strapazen der letzten Tage können dich zwingen eine Alternativroute zu fahren. Mithilfe von Kompass-Karten versuche ich eine Strecke ohne viele Höhenmeter und Kilometer zu planen. Es soll so leicht wie möglich sein das Ziel zu erreichen.

In MyMaps von Google habe ich für die bessere Veranschaulichung die Hauptroute (Blau) und die Ausweichroute (Orange) importiert. Die orange Route führt über den Passo del Tonale und liegt mit 1883m zwar relativ weit oben, aber bei Gewittern und starken Regen findet man hier eher Schutz. Die ca. 650Hm von Ponte di Legno sind auch mit müden Beinen zu schaffen. Selbst hier gibt es die Möglichkeit eine Gondel zu nutzen. Anschließend geht es nur noch Berg ab Richtung Mezzana. An dieser Stelle kann man sich entscheiden, ob man die Gondel in Daolasa nutzen möchte oder die ca. 900Hm nach Madonna di Campiglio selber strampeln möchte.

Schafft man auf der Hauptroute die Montozzo Scharte, fühlt sich danach aber ziemlich leer, kann man auch hier wieder auf die Gondel in Daolasa ausweichen.

Ich hoffe mit diesem Beispiel ist das Prinzip klar geworden. Überlegt euch für jede Tagesetappe einen Plan B, um bestens vorbereitet zu sein.

ABER: Nicht immer ist es so gut möglich eine Ausweichroute zu planen. Beobachte immer das Wetter, um vielleicht schon zwei Tage eher umzuplanen und eine Etappe auszulassen.

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